Frohe Weihnachten 2025

Die fabelhaften Delines haben mit ihrem Weihnachtslied eigentlich schon alles gesagt, was es zu Weihnachten zu sagen gibt.
Ein weiteres Weihnachten in Indien. Alles ziemlich ähnlich zum letzten Jahr. Ein wenig Stimmung kommt hier schon auf, man hätte sogar zur Christmette gehen können. Aber da war ich noch nie. Überhaupt war ich lange nicht mehr in einer Kirche. Ich bin ja auch schon lange kein Mitglied mehr.
Auch feierlich: Krishna hat mir seine Bullet 500 vermietet. Siehe Bild oben. Das macht Freude.
Ich schreibe mal wieder an meiner Dissertation (wie immer), und lerne dabei Haskell. Zum Zocken habe ich meine Vita dabei, und nochmal Y's VIII angefangen. Und meine Nachtlektüre ist Steins;Gate. Sehr unterhaltsam. Ansonsten spielen wir nach wie vor viel Aeon's End. Das dürften jetzt so einhundert Spiele gewesen sein bisher. Schuld daran hat das Brettspielgeschäft Berlin, die hatten mir das vor ein paar Monaten empfohlen. Die würde ich gerne verlinken, geht aber nicht, die haben zugemacht, sehr schade. Das Richard Bistro hat auch seit Dezember zu. Da war ich gerne, toller Laden. Berlin geht irgendwie den Bach runter, auch wenn das zwei sehr subjektive Beispiele sind. Ich kann mit der Stadt langsam nicht mehr viel anfangen. Könnte aber auch daran liegen, dass ich jetzt fünfzig bin. Das liest sich immer noch grausam.
In Berlin geht es ja schon damit los, dass es keine angenehme Art mehr gibt von A nach B zu kommen. Alles ist scheiße. Zu Fuß, Auto, Nahverkehr, Fahrrad – selbst Taxi ist scheiße. Alle gegen alle, laut, dreckig, unentspannt. Zudem ist die ganze Stadt mittlerweile eine einzige Baustelle. Wie man verkehrspolitisch so versagen kann ist schon erstaunlich. Aber darin zu erstaunen ist ja eine Berliner Spezialität. Das alles garniert mit unbezahlbaren Mieten. Warum leben Menschen überhaupt noch freiwillig in Berlin? Vieles, was Berlin mal ausgemacht hat, geht politisch gewollt den Bach runter; Clubs sterben, vieles wird zu teuer, zu voll, zu spießig, hier zu billig-chic, dort zu prollig, dann zu verzweifelt hip. Es fühlt sich ein wenig an wie ein heruntergekommener Freizeitpark. Man kann da noch Spaß haben, es gibt noch schöne Ecken, ein paar Attraktionen funktionieren noch, aber man merkt, dass der Laden so langsam ausgedient hat, sich nicht neu erfindet, noch mitnimmt was geht, ohne Perspektive. Berlin scheint überfordert mit seiner Rolle, auch sinnbildlich für Deutschland. Man könnte eigentlich, man hat ja alles, aber irgendwie kann man dann noch nicht. Und dann suchen viele Menschen jemanden, der einfach mal kann, mal macht, damit mal irgendjemand endlich mal irgendwas wirklich macht. So, dass man eine echte Veränderung wahrnimmt. Und dann wird es ganz düster. Vielleicht erlebt Berlin ja 2026 seinen Mamdabi-Moment. Das wäre was. Aber mal ehrlich, die Linken? Puh. Auf Bundesebene disqualifizieren die sich ja gerne regelmäßig. Aber in Berlin mag das mal heilsam sein. So gesandboxed sozusagen. Ich denke nicht, dass ich mir das alles noch lange antun werde. Ein paar Wochen im Sommer überwiegt immer noch der alte Glanz. Darüber hinaus lieber nicht mehr Berlin. Außerdem will ich ja (dank Krishna) Motorrad fahren. So mit Platz und gutem Wetter. Da muss man woanders hin, ganz klar.
Auch das letzte Refugium des Geistes, die Wissenschaft, macht gerade weniger Freude. Entweder wird sie von außen massiv angegriffen, wie in den U.S.A., oder sie malträtiert sich selber von innen, indem alle wie aufgescheuchte Äffchen nur noch von K.I. schwafeln. Was bin ich froh, da nicht mitspielen zu müssen. Ich kann nur jedem empfehlen – löscht ChatGPT. Lasst euch nix erzählen, nicht verblöden. Und löscht es vor allem euren Kindern. Aber was rede ich.
Früher war alles besser.

Das soll man ja nicht sagen. Aber es stimmt leider mittlerweile immer öfter. Ich hab' das ja den Großteil meines Lebens nicht sagen müssen. Die, die es jetzt sagen müssen, und wesentlich jünger sind, tun mir ernsthaft leid. Ich weiß noch, wie man so in den 90ern und 00ern über die 80er abgelästert hat. Man, war das ein geiles Jahrzehnt. Also die 90er auch. Dann kam ganz langsam der 21 Century Digital Boy. Aber Technik war auch geil in der Zeit. Ich hab' mir auf der Amiga 40 in Mönchengladbach einen Amiga A6000 gekauft. Als ich den zum ersten Mal angeschlossen habe, hätte ich kurz heulen können (so eine Mischung aus Freude und Melancholie). Große Zeiten waren das.
Aber es ist doch Weihnachten! HoHoHo! Nur nicht die Laune vermiesen lassen. Es wird zwar gerade etwas düster in Europa, aber da ist die Messe noch nicht gelesen (ohne hier religiöse Präferenzen zum Ausdruck zu bringen). Man kann immer noch Motorrad fahren, einen Amiga emulieren, Papers ohne K.I. schreiben, Spiele spielen, ChatGPT löschen, Musik machen, ein paar Euros spenden, nicht die Arschlöcher von der AfD wählen, und dankbar sein, dass man das alles noch kann.
Frohe Weihnachten